Sozialforum lädt zum Workshop

10. Mai 2012

Das Sozialforum Bergstraße möchte den Kreis der Teilnehmer erweitern. Deshalb lädt es interessierte Gruppen und Einzelpersonen für den 20. Juni (Mittwoch) zu einem Workshop in das Haus am Maiberg in Heppenheim ein (Ernst-Ludwig-Straße 19).

Von 14 bis 17 Uhr wollen die Teilnehmer unter der Leitung von Moderator Titus Möllenbeck darüber diskutieren, welche sozialen Themen ihnen an der Bergstraße unter den Nägeln brennen und wie man sie gemeinsam lösen kann. Dabei geht es auch um die Frage, wie eine Vernetzung und Zusammenarbeit der teilnehmenden Gruppen effektiv gestaltet werden kann.

Das Sozialforum wurde im Januar 2011 ins Leben gerufen. Bisherige Themen waren die Einführung eines Sozialpasses an der Bergstraße, die Etablierung eines Jugend- und Kulturzentrums und die Problematik der vom Kreis festgelegten Mietobergrenzen für Erwerbslose, die erfahrungsgemäß zu niedrig sind. Jeder vierte, in manchen Kommunen inzwischen sogar jeder dritte Erwerbslose des Kreises muss im Schnitt 98 von seinen 374 Euro Arbeitslosengeld abzwacken, um die Differenz zwischen der vom Kreis gezahlten, und der tatsächlichen Miete auszugleichen.

Seit der Gründung trifft sich das Forum monatlich in einem festen Rhythmus. Die Stärke des Forums bestünde aus der Unterschiedlichkeit und Vielfalt der darin engagierten Gruppen und Einzelnen – von Selbsthilfeinitiativen bis hin zu gewerkschaftlichen, kirchlichen und karitativen Organisationen. Um parteipolitische Vereinnahmung zu vermeiden, wird auf die Mitarbeit von Parteien verzichtet – Mitglieder politischer Parteien können aber gerne individuell teilnehmen.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Wer Interesse hat, kann sich bis 14. Juni per Mail bei t.moellenbeck@haus-am-maiberg.de oder telefonisch unter 06252-93060 anmelden (Fax 06252-930617).  Die Einladung zum Workshop gibt es hier als pdf und kann gerne weitergemailt werden.


KdU-Veranstaltung

30. Oktober 2011

Diskussionsveranstaltung:
Zu wenig für Miete? – Arbeitslose zahlen drauf

Die Veranstaltung am 27. Oktober 2011 im Bensheimer Kolpinghaus war gut besucht. Von den Kreistagsmitgliedern, die wir alle persönlich eingeladen hatten, waren zwar nur zwei SPDler gekommen. Das Desinteresse der restlichen Politiker hinderte die Besucher aber nicht daran, lebhaft darüber zu diskutieren, ob die von Neue Wege festgelegten Mietobergrenzen realistisch sind oder nicht.

Zwei Euro/qm Unterschied

Dass sie das nicht sind, wurde im Laufe der Diskussion deutlich. 5,18 Euro pro Quadratmeter ist für Neue Wege die Obergrenze bei der Nettokaltmiete. Wie German Nogueira vom Bauverein feststellte, liegen die Preise aber selbst im sozialen Wohnungsbau mittlerweise bei 7 Euro. Das sah auch Margit Heilmann, die Geschäftsführerin des Mieterbundes Südhessen, so. Damit wurde das Untersuchungsergebnis der Erwerbslosengruppen „Andere Wege“, „BINA“  und des „Fördervereins für Demokratie und sozialpolitisches Engagement“ bestätigt. Die drei Gruppen hatten zwei Monate lang sämtliche Print- und Onlinemedien nach Wohnungsangeboten durchforstet und dabei festgestellt, dass die Differenz zwischen der von Neue Wege gezahlten und den tatsächlich zu zahlenden Mieten im Schnitt 2 Euro pro Quadratmeter beträgt.

Überprüfung der Zahlen?

Stefan Rechmann, Kaufmännischer Betriebsleiter von Neue Wege, versprach, die Zahlen noch einmal zu überprüfen. Wir sind gespannt, was dabei heraus kommt. Wir werden auf jeden Fall an dem Thema dran bleiben. Immerhin müssen nach eigenen Angaben von Rechmann rund 20% der Bergsträßer Hartz IV-Bezieher auf die von Neue Wege gezahlte Miete bis zu 100 Euro und mehr drauflegen, die sie von ihrem Arbeitslosengeld von 364 Euro abknapsen müssen.

Die gegenwärtig von Neue Wege gezahlten Mietobergrenzen kann man hier nachlesen. Den Pressespiegel der Veranstaltung gibt es hier.