Ohne Lohn bei Amazon

Die Arbeitsagentur im Kreis Unna vermitteln derzeit Hartz IV- und Arbeitslosengeld I-Bezieher an den Internetgiganten Amazon. Nach Auskunft der Arge werden gut 500 Arbeitslose für Versandtätigkeiten des Internethändlers Amazon vermittelt. Hinzu kommen noch einmal etwa 200 Erwerbslose aus den umliegenden Regionen. Demnach vermittelt die Arbeitsagentur derzeit mindestens 700 Menschen für Amazon.

Das Unternehmen selbst spricht davon, etwa 2000 „saisonale Kräfte“ zu benötigen. Auch im Bereich des Wareneingangs, der Einlagerung und Verpackung würden weitere Arbeitnehmer gesucht. Nur einige Hundert der Vermittelten hätten aber längerfristig die Aussicht auf eine Weiterbeschäftigung.

Das Brisante an der Vermittlung: Den (unfreiwilligen) Bewerbern wird in den Informationsveranstaltungen gesagt, dass sie zunächst ein zweiwöchiges Praktikum absolvieren müssen. Erst danach wird über die Weiterbeschäftigung entschieden. Mit anderen Worten: Die Betroffene müssen die unentgeltliche Probearbeit annehmen, obwohl ihnen für diese Zeit keine Vergütung gezahlt wird. Weigert man sich, muss man mit Leistungskürzungen zwischen 30 oder 100 Prozent rechnen. Während der Probezeit wird lediglich Arbeitslosengeld plus Fahrtkosten bezahlt. Das heißt: Den „Lohn“ für die ersten Wochen zahlt der Staat in Form des Arbeitslosengeldes, und die Beschäftigten leisten unbezahlte Sklavenarbeit.

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