Was tun bei Stromsperren?

Die Strompreise haben sich seit dem Jahr 2000 nahezu verdoppelt. Viele können diese Preise einfach nicht mehr zahlen. Die Folge: Im Jahr 2011 wurden 312.000 Stromkunden der Strom abgestellt. Gegen sechs Millionen Kunden wurden im gleichen Jahr Mahnverfahren eingeleitet, in denen die Sperre angedroht wurde. Für das kommende Jahr 2013 haben bereits jetzt mehr als 500 Stromversorgungsunternehmen eine weitere Preiserhöhung um rund 12% angekündigt.

Was kann man tun? Eine Stromsperre muss vom Energieversorger vorher angekündigt werden – zunächst vier Wochen vorher, dann noch einmal drei Tage vor der endgültigen Abschaltung. Spätestens dann sollte man beim Jobcenter ein Darlehen zur Tilgung der Stromrechnung beantragen.

Unzulässig ist eine Sperre nach Paragraph 19 der Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV), „wenn die Folgen der Unterbrechung außer Verhältnis zur Schwere der Zuwiderhandlung stehen oder der Kunde darlegt, dass hinreichende Aussicht besteht, dass er seinen Verpflichtungen nachkommt.“ Also: Wer Schwangere, Kranke, Behinderte oder Kinder in seiner Wohnung betreut, dem kann der Strom nicht ohne weiteres abgestellt werden. Das muss dem Energieversorger allerdings mitgeteilt werden – von selbst fragt er nicht danach. Und wer eine Ratenzahlung der Außenstände vorschlägt, hat meist auch eine gute Verhandlungsbasis.

Mehr Informationen gibt es beim Bund der Energieverbraucher. Da kann man sich auch vorformulierte Anträge zum Wechsel des Anbieters oder zur Erwirkung einer einstweiligen Verfügung gegen Stromsperren herunterladen. All das hat aber bestenfalls aufschiebende Wirkung – zahlen muss man die Rechnung am Ende auf jeden Fall.

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