500 Null-Euro-Jobs

Harald Thomé informiert in seinem neuesten Newsletter:

Sozialpolitik à la SPD: Die Hamburger Senatsverwaltung will im nächsten Jahr 500 Null-Euro-Jobs einführen. Diese Null-Euro-Jobs sollen „stärker produktionsorientiert“ sein und nach Senatsauskunft auf § 16 Abs. 1 SGB II iVm § 45 SGB III fußen. Auf diesem Wege versucht anscheinend der Hamburger Senat die „Schutz“Vorschriften des § 16d SGB II auszuhebeln. Insbesondere die Mehraufwandsentschädigung, den Arbeitsschutz, die Anwendung des Bundesurlaubsgesetzes und die Wettbewerbsneutralität.

Und natürlich, wer sich weigert solche Null-Euro-Jobs/Zwangsarbeit durchzuführen, ist zu sanktionieren. Der Hamburger Vorstoß ist als ein Testballon einzuschätzen, auszuprobieren wie stark der Widerstand dagegen ist. Wenn „die Initiatoren“ auf keinen massiven Widerstand stoßen, ist davon auszugehen, dass Null-Euro-Jobs, bzw. offene Zwangsarbeit bundesweit eingeführt werden.

8 Kommentare zu „500 Null-Euro-Jobs“

  1. Interessant ist die Verlinkung unter dem Artikel: Abgezockt, Asoziales, Sklavenarbeit? Was ist daran verkehrt, wenn Geldempfänger der Solidargemeinschaft etwas zurückgeben?

  2. ALG II ist keine großzügige Spende, die dem Erwerbslosen gnädigerweise gewährt wird, und wofür er dankbar zu sein hat, wie es immer aus Politikerreden raustönt, sondern ein gesetzliches Recht, für das der ALG II-Bezieher vorher jahrelang Steuern und Abgaben gezahlt hat. Hier hat also der Staat dem Erwerbslosen etwas zurück zu geben, und nicht umgekehrt. Und wenn der Erwerbslose dann für umme arbeiten soll, ist das erstens asozial, und verdrängt zweitens reguläre Arbeitsplätze.

  3. Ja genau, „jahrelang Steuern und Abgaben gezahlt“. Wenn das verrechnet würde, müssten viele ALG 2-Bezieher am Hungertuch nagen. Nicht umsonst heißen die Zahlungen „Transferleistungen“.

  4. Am Hungertuch nagen? Das ist wohl ein schlechter Scherz? Der Adipositasanteil bei ALG 2 Empfängern ist fast 30% höher als bei der restlichen Bevölkerung.

  5. Den Unterschied der Folgeerscheinungen von ungesunder Ernährung aufgrund von Hunger und der von ungesunder Ernährung aufgrund von Blödheit haben schon viele Leute verwechselt.

    Dass Erwerbslose (und vor allem deren Kinder) nicht genug Geld für Ernährung haben, hast 2007 bereits eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung der Universität Bonn ergeben:
    https://anderewege.wordpress.com/alg2/

    Davon abgesehen zeigt dein Kommentar nur, dass du die Welt anscheinend nur aus Statistiken kennst und von der Lebenswirklichkeit von Arbeitslosen keinen Schimmer hast.

  6. Klar – man kann auch nachlesen, dass vor 50 Jahren UFOs auf der Erde gelandet sind, oder Jesus übers Wasser gelaufen ist.

    Leider haben solche Rezeptideen mit der Hartz IV-Realität wenig zu tun. Natürlich kann man sich auch mit wenig Geld eine gewisse Zeit lang gesund ernähren – aber nicht einen ganzen Monat lang von Hartz IV. Jeder, der das Gegenteil behauptet, sollte man ein halbes Jahr von Hartz IV leben – dann erübrigen sich solche realitätsfernen Diskussionen.

    Diese Woche erst hat der Kinderschutzbund eine Erhöhung des Regelsatzes für Kinder auf 500 Euro gefordert. Warum wohl?

Kommentar abgeben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s