Immer weniger Vollzeitjobs

Die Arbeitswelt verändert sich grundlegend und das zu einer Zeit, in der die globale Wirtschaft nicht genügend neue Arbeitsplätze schafft, heißt es gleich im ersten Satz des neuen Jahresberichts der internationalen Arbeitsorganisation ILO. Schon die weltweiten Arbeitslosenzahlen sind bedrückend. Mehr als 200 Millionen Menschen waren Ende 2014 ohne Job, 30 Millionen mehr als vor Beginn der globalen Finanzkrise 2008.

Doch die ILO betont in ihrem neusten Dokument einen anderen Trend: Die Arbeitsverhältnisse werden prekärer, Verträge über Vollzeitbeschäftigung nehmen ab, Teilzeitjobs und Kurzzeitarbeitsverhältnisse dagegen zu. Nicht einmal einer von vier Arbeitnehmern hat heute noch einen Arbeitsvertrag zum bisherigen Standardmodell. In Industriestaaten sinkt die Vollzeitbeschäftigung und in Entwicklungsländern gab es zwar Fortschritte, doch auch hier gibt es immer weniger Vollzeitstellen. Weniger als 40 Prozent der Erwerbstätigen mit Lohn oder Gehalt befinden sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, so ILO-Generaldirektor Ryder, und dieser Anteil sinkt weiter. Von diesem Trend sind Frauen einmal mehr am stärksten betroffen.

Die Alternativen für Jobsuchende lauten Teilzeitjobs, Kurzzeitverträge, unbezahlte Kinderarbeit – die ILO spricht von der informellen Wirtschaft, besser müsste man von prekären Arbeitsverhältnissen sprechen. Mit weniger oder gar keinem Kündigungsschutz, weniger Sozialleistungen und Bangen um den Arbeitsplatz.

Auch die Kosten dieses Trends sind besorgniserregend. Das Verschwinden von Vollzeitjobs führt zu weniger Kaufkraft der Arbeitnehmer, zu weniger Investitionen und zu Verlusten beim Steueraufkommen. Nach unseren Schätzungen summiert sich das auf einen Verlust von 3,7 Billionen Dollar, sagt ILO-Chef Ryder.

Quelle: tagesschau.de

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