Später, länger + mehr arbeiten

In den Medien werden wir regelmäßig mit Erfolgsmeldungen über sinkende Arbeitslosen- und steigende Beschäftigungszahlen bombardiert. Wie die Realität hinter dieser unreflektierten Heile-Arbeitswelt-Darstellung aussieht, zeigt eine Meldung der tagesschau:

Arbeitnehmer sind hierzulande immer länger und immer häufiger auch am Wochenende oder abends im Einsatz. Die Zahl der Beschäftigten, die regelmäßig länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten, stieg in den vergangenen 20 Jahren um gut 30 Prozent auf 1,7 Millionen im Jahr 2015. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor.

Überlange Arbeitszeiten

Im Jahr 1995 hatten 1,3 Millionen Arbeitnehmer überlange Arbeitszeiten; im vergangenen Jahr waren es 1,7 Millionen und damit 4,8 Prozent der abhängig Beschäftigten. Etwa jeder vierte Arbeitnehmer muss demnach am Wochenende ran. 2015 arbeiteten 8,8 Millionen abhängig Beschäftigte „ständig“ oder „regelmäßig“ am Wochenende. Frauen sind dabei etwas häufiger betroffen als Männer.

Abend-, Nacht- und Schichtarbeit

Während 1996 nur 15,6 Prozent der abhängig Beschäftigten häufig abends arbeiten mussten, lag der Anteil den Zahlen zufolge im Jahr 2015 mit knapp 8,8 Millionen Betroffenen bei mehr als 24 Prozent. Nachtarbeit mussten demnach 2015 knapp 3,3 Millionen und damit gut neun Prozent der Beschäftigten leisten – 1995 waren es noch 7,6 Prozent.

Die Schichtarbeit nahm ebenfalls zu. Im Schichtdienst arbeitet demnach aktuell etwas mehr als jeder Sechste, 20 Jahre zuvor dagegen nur gut jeder Achte. 1995 waren es demnach 3,8 Millionen Beschäftigte, im vergangenen Jahr 5,6 Millionen.

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