Corona: Nach wie vor keine Hilfen für Erwerbslose

Das neue Jahr beginnt, und noch immer fehlt eine konkrete Unterstützung von Erwerbslosen, Migranten, Obdachlosen und Geringverdienern während der Corona-Pandemie.

Finanzielle Zuschüsse sind nicht nur deshalb nötig, weil durch Corona zusätzliche Kosten entstehen, sondern auch, weil eine Untersuchung der Uniklinik Düsseldorf und der AOK anhand von Vergleichsdaten von 1,3 Millionen Versicherten gezeigt hat, dass das Risiko, an Corona zu erkranken, für ALG-II-Bezieher im Vergleich zu Erwerbstätigen um 84,1 Prozent, für ALG-I-Bezieher um 17,5 Prozent höher ist. Grund dafür sind ihre niedrigen Einkommen, was ungesunde Ernährung und, damit verbunden, geringere Abwehrkräfte nach sich zieht. Hinzu kommen enge Wohnverhältnisse, in denen die Bewohner einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Zuschüsse für Einkommensschwache während Corona werden deshalb nicht nur von Erwerbslosengruppen, sondern auch von den Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und der Tafel gefordert. Doch der frisch gebackene SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz schwadroniert zwar gerne von sozialen Wohltaten, mit denen er die Bevölkerung nach einem Wahlsieg beglücken möchte, aber der Finanzminister Olaf Scholz hat nach wie vor keinen zusätzlichen Cent für die Bedürftigsten der Republik übrig.

Statt dessen pampert er Firmen wie BMW, damit der Autokonzern 1,65 Milliarden an Aktionäre wie die Multimilliardäre Quandt und Klatten ausschütten kann. Insgesamt wurden deutsche Konzerne von der Bundesregierung bislang mit 600 Milliarden Euro abgesichert. Kein Wunder, dass der DAX mit 13.900 Punkten zum Jahreswechsel jubelnd ein neues Rekordhoch feierte.

Auf der Strecke bleiben wie gewohnt diejenigen, die in unproduktiven Bereichen arbeiten, also keinen Mehrwert für eine Firma erwirtschaften, sondern erwerbslos, oder im sozialen, kulturellen oder Bildungsbereich tätig sind. Eine solche Politik hat weder etwas mit den sozialen, noch mit den christlichen Werten zu tun, von denen unsere Politiker immer behaupten, sie seien Maßstab ihres Handelns. Es ist absurd, ein immer stärkeres Auseinanderdriften der Gesellschaft zu beklagen, wenn die eigene Politik der Brandbeschleuniger dafür ist.

Presseerklärung Andere Wege, 2. Januar 2021
U.a. nachzulesen im Portal Region Bergstraße.

Corona: Höheres Infektionsrisiko für Hartz IV-Bezieher

Eine Analyse der Uniklinik Düsseldorf und der Krankenkasse AOK, bei der rund 1,3 Millionen Patientendaten untersucht wurden, hat ergeben, dass das Risiko, an Corona zu erkranken, für ALG-II-Bezieher im Vergleich zu erwerbstätig Versicherten um 84,1 Prozent, für ALG-I-Bezieher um 17,5 Prozent höher ist.

Grund dafür sind nach Meinung von Oberarzt Cihan Celik vom Klinikum Darmstadt u.a. niedrige Einkommen und enge Wohnverhältnisse. All das führe dazu, das einkommensschwache Schichten einem stärkeren Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Die Bundesregierung, die bislang einen Zuschuss zum Hartz IV-Regelsatz abgelehnt hat, wollte diese Meldung nicht kommentieren.

Mehr Minijobber

Wenn der Lohn nicht zum Leben reicht: Die Zahl der Menschen mit Nebenjob in Deutschland steigt weiter. Ende Juni 2019 waren rund 3.538.000 Mehrfachbeschäftigte registriert. Das geht aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linkspartei im Bundestag hervor. Das waren im Vergleich zu Juni 2018 rund 123.600 Menschen mehr – ein Anstieg von 3,62 Prozent. Im Jahr 2004 hatte es nur 1,86 Millionen Mehrfachbeschäftigte gegeben.

Fast drei Millionen Menschen hatten den Angaben zufolge neben einem regulären Job noch eine geringfügige Beschäftigung. Mehr als 345.400 Menschen gingen zwei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen nach. Dritthäufigste Variante war die Kombination von zwei oder mehr sogenannten Minijobs. Dies galt für knapp 260.700 Fälle.

Quelle: tagesschau.de