Übernahme von Heizkosten

Die Erwerbslosenberatung Tacheles hat in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband eine Website erstellt, auf der man Informationen darüber findet, ob die Heizkosten vom Jobcenter oder Sozialamt übernommen werden – und zwar auch dann, wenn man dort bislang keine Leistungen bezogen hat.

Zur Website: https://www.energie-hilfe.org/de/infos-fuer-betroffene.html

Hohe Heizkosten? Jobcenter + Sozialamt zahlen

Was viele nicht wissen: Das Jobcenter und das Sozialamt übernehmen in bestimmten Fällen die Heizkosten nicht nur für Hartz IV-Bezieher oder Bezieher von Grundsicherung, sondern auch für Geringverdiener und Menschen mit niedriger Rente. Dazu müssen sie in dem Monat, in dem die Heizkostenabrechnung fällig wird, einen Antrag auf Hartz IV bei Jobcenter, beziehungsweise auf Grundsicherung beim Sozialamt stellen.

Voraussetzung dafür ist, dass man normalerweise so viel Geld verdient, dass man keinen Anspruch auf Hartz IV hat, oder die Rente so hoch ist, dass man keinen Anspruch auf Grundsicherung hat – aber in dem Monat, in dem die Abrechnung fällig wird, aufgrund der gestiegenen Heizkosten einen Anspruch auf Hartz IV, bzw. Grundsicherung, hätte.

Man erwirbt also quasi für einen Monat einen Anspruch auf Hartz IV, bzw. Grundsicherung (auch wenn man bislang noch nie solche Leistungen bezogen hat). In dem Monat übernehmen Jobcenter oder Sozialamt dann auch die Heizkosten. Wichtig ist, dass der Antrag spätestens in dem Monat gestellt wird, in dem die Abrechnung fällig wird, sonst erlischt der Anspruch. Wer es genau wissen will, findet auf der Tacheles-Website eine Beispielrechnung.

(Diese Information haben wir auch an den Bergsträßer Anzeiger und das Echo geschickt. Beide haben sie nicht veröffentlicht.)

Corona-Sozialschutz-Paket: so gehts!

Weil während der Corona-Pandemie sehr viele Freiberufler, Selbstständige, Jobber und Niedrigverdiener so hohe Einkommenseinbußen haben, dass sie nicht mehr über die Runden kommen, müssen sie zum Überleben Hartz IV beantragen. Da das aber – würden auch hier alle bürokratischen Prüfungs- und Schnüffelverfahren angewendet, bei dem die Antragsteller jeden Cent Einkommen und Vermögen angeben müssen – ewig dauern und die Jobcenter völlig überlasten würde, hat die Bundesregierung ein vereinfachtes Antragsverfahren eingeführt: Vermögen und KdU werden zunächst nicht geprüft.

Da das allerdings denjenigen, die bereits im Hartz IV-Bezug sind, Nachteile bringen würde, gelten diese neuen Regeln auch für sie. Wie das konkret aussieht und was man dabei beachten muss, hat Neue Wege in einem Infoblatt zusammengefasst, das man hier downloaden kann.