Kommentar zur neuen Grundsicherung
Mit der Umstellung von Bürgergeld auf Grundsicherung hat die Regierung das alte Hartz IV reanimiert, allerdings mit verschärften Zumutbarkeitsregeln. Viele dieser Regeln hat das Bundesverfassungsgericht bereits vor Jahren für verfassungswidrig erklärt: 2010 etwa den nach wie vor künstlich zu niedrig gerechneten Regelsatz, 2019 die Möglichkeit der kompletten Streichung der Unterstützung, wenn man Forderungen des Jobcenters ablehnt.
Hinzu kommt: Statt der Qualifizierung von Erwerbslosen, wie noch im Bürgergeld vorgesehen, wird jetzt wieder ihre Vermittlung in Arbeit an die erste Stelle gesetzt. Aufgrund mangelnder Ausbildung werden Menschen dadurch in Niedriglohnjobs gezwungen, von denen sie nicht leben können. Eine Spirale, die in Altersarmut endet.
Milliardäre werden gepampert
Die neue Grundsicherung ist aber nur ein Teil des größten Sozialkahlschlags, der jemals in der Geschichte der BRD stattgefunden hat: Geplant sind Kürzungen in der Rente, der Pflege, beim Wohngeld, im Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe, bei Frauenhäusern, und sogar bei Behinderten will man sparen. All das, um den Aufbau der modernsten Armee Europas finanzieren zu können.
Die Hauptlast dabei tragen nach Untersuchungen von Wohlfahrtsverbänden und karitativen Einrichtungen vor allem Kinder, Migranten, Erwerbslose, Alleinerziehende, Rentner, pflegende Angehörige und Beschäftigte in Billigjobs. In der Mehrheit sind das Frauen. Die Vermögen der 156 in Deutschland lebenden Milliardäre mit ihrem, von der Schweizer UBS-Bank errechneten Gesamtvermögen von rund 700 Milliarden Dollar, werden nicht angetastet.
AfD verhindern?
Das Gejammer der Altparteien über den steten Stimmenzuwachs der AfD werden wir nach den Wahlen in Ostdeutschland wieder ellenlang ertragen müssen. Die AfD wird man aber nicht durch Gejammer und Sozialabbau stoppen, sondern nur dadurch, dass die Menschen wieder bezahlbaren Wohnraum, zeitnahe Gesundheitsversorgung, pünktlichen ÖPNV, Bildungsmöglichkeiten für alle, eine zukunftsfähige Klimapolitik sowie eine Rente und Sozialleistungen bekommen, von denen sie menschenwürdig leben können.
Andere Wege, 18.7.2026